Die Frauen am Bauhaus: “oh, ich möchte mich verschenken”







Fotos: Sebastian Lange, Paul Kirchmeyr, Jakob Wierzba

Ich besuchte das Bauhaus-Archiv in Berlin, wo ich u. a. in den Niederschriften der Weberin Gunta Stölzl lesen durfte. In Ihren Aufzeichnungen habe ich mich oft selbst wiedergefunden und verstanden gefühlt. Stölzl trieben ihrerzeit die gleichen Gedanken, Sorgen, Ängste um, die auch mich heute beschäftigen. Schnell entschied ich mit Zitaten von ihr zu arbeiten, diese jedoch zu verschlüsseln, um Plakativität zu vermeiden. Erst durch die Überlagerung eines zweiten Textils mit transparenten Bereichen werden sie sichtbar:

„weben ist aufbauen, konstruieren von geordneten gebilden aus ungeordneten fäden; durch die verkreuzung wird der weich sich verlierende faden zur fläche.“

„oh, ich möchte mich verschenken, aber ich weiß, dass ich warten muss und mich neigen, ganz in mich selbst.“

Gestalterisch ließ ich mich außerdem von einem Gewebe von Gunta Stölzl sowie von einer Farbübung Paul Klees inspirieren.
Die Kollektion ist so aufgebaut, dass sie den Anforderungen eines modernen Nutzers entspricht: Durch Transparenz sind die Vorhänge flexibel kombinierbar und bieten ein individuelles Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten. Bei allen Textilien handelt es sich um Gewebe.

To research the women of the Bauhaus I visited the Bauhaus archive in Berlin, where I read transcripts of the weaver Gunta Stölzl. I related to her notes strongly and felt understood. She faced the same worries, fears and thoughts then, that also concern me today. Immediately I decided to work with her quotations, but in a obfuscated, less obvious way. The following quotations are only revealed when a second, partially transparent textile is superimposed :

“weaving is to set up, to construct ordered formations from disordered threads; by crossing itself, the soft loose thread becomes the surface.”

“oh, i want to give myself away, but i know i have to wait and lean myself completely into myself.”

The design is inspired by one of Gunta Stölzl’s fabrics and a color study by Paul Klee.The collection is designed to meet the requirements of a modern user: their transparency allows for flexible combination and thus an individual spectrum of design possibilities. All textiles are woven fabrics.

 

Portrait Gunta Stölzl / Foto: unbekannt, um 1926. Bauhaus-Archiv Berlin.

https://www.bauhaus100.de/de/damals/koepfe/meister/gunta-stoelzl/

 

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